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COVID-19
Autor: Prof. Dr. T. Jelinek, Dr. S. Witteck

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COVID-19 - Was ist das?
Mit COVID-19 wird die Erkrankung bezeichnet, die durch das SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) ausgelöst wird. Sie betrifft meist die Atemwege und kann in einer schweren Lungenentzündung resultieren. Erstmals ist die Erkrankung Ende 2019 in China aufgetreten, seitdem hat sie sich weltweit verbreitet. Hohe Infektions- und Todesfallzahlen und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens haben vielerorts zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt.
Die wichtigsten Maßnahmen, um sich zu schützen, ergeben sich aus der sog AHA+L-Regel:
  • Abstand zu anderen Personen halten (1,5 – 2 m)
  • Hygieneregeln beachten (z.B. regelmäßig Hände waschen, in ein Taschentuch oder in die Armbeuge niesen bzw. husten)
  • Alltagsmasken tragen
  • Regelmäßiges und gründliches Lüften geschlossener Räume
Seit Dezember 2020 kann in Deutschland gegen COVID-19 auch geimpft werden.
Welche Impfung gibt es?
Bei zwei der bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe handelt es sich um sog. mRNA-Impfstoffe, wobei mRNA mit „Boten-Ribonukleinsäure“ übersetzt werden kann. Diese stellt den Bauplan für Eiweiße (Proteine) dar, im Falle der COVID-19 Impfung für ein Protein auf der Virushülle (das sog. Spike-Protein). Nach erfolgter Impfung wird das nun im Körper produzierte Spike-Protein vom menschlichen Immunsystem als Fremd-Eiweiß erkannt, woraufhin spezifische Abwehrzellen und Antikörper gebildet werden. Die mRNA wird nach kurzer Zeit wieder abgebaut, es erfolgt keine Integration in die menschliche DNA.
Der Impfstoff Comirnaty® (BioNTech / Pfizer) muss zweimal in einem Abstand von 6 Wochen verabreicht werden, die Schutzwirkung liegt bei 95 %. Wie lange der Impfschutz anhält, ist bislang noch nicht geklärt. Zugelassen ist der Impfstoff für Personen ab einem Alter von 16 Jahren.
Der COVID-19 Impfstoff Moderna® (Moderna) muss ebenfalls zweimal in einem Abstand von 6 Wochen verabreicht werden und zeigt im Mittel eine Schutzwirkung von 94 %. Informationen über die Dauer des Impfschutzes liegen auch hier noch nicht vor. Der Impfstoff ist für Personen ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen.
Zudem ist in Deutschland ein sog. Vektor-Impfstoff zugelassen und verfügbar, der COVID-19 Impfstoff AstraZeneca / Vaxzevria ® (AstraZeneca). Hier enthält der Impfstoff ein bekanntes, für den Menschen harmloses Virus, in dessen Erbgut der Bauplan für das Spike-Protein des Coronavirus integriert wurde. Nach der Impfung gelangen die manipulierten Viren in die menschlichen Körperzellen, die nun das Spike-Protein produzieren. Die genutzten Viren können sich im menschlichen Körper nicht vermehren, ebenso findet keine Integration von Virus-Erbgut in die menschliche DNA statt.
Auch bei dem genannten Vektor-Impfstoff sind insgesamt 2 Impfdosen erforderlich, die in einem Abstand von 12 Wochen zu verabreichen sind. Der Impfstoff ist für Personen ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen, wird aber von der Ständigen Impfkommission (STIKO) aufgrund von Nebenwirkungen nur für Personen ab 60 Jahren empfohlen. Die Schutzwirkung liegt je nach Altersgruppe zwischen 60 und 80%.
Mitte März wurde ein weiterer Vektor-Impfstoff zugelassen, der COVID-19 Impfstoff Janssen® (Janssen Cilag / Johnson & Johnson). Dieser ist allerdings aktuell noch nicht verfügbar. Der Impfstoff ist ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen und es ist nur eine einzige Impfdosis erforderlich.
Gibt es Impfrisiken?
Bei bekannter Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes sollte nicht geimpft werden. Während einer Schwangerschaft bzw. der Stillzeit sollte eine Impfung nur unter strenger Risiko-Abwägung in Betracht gezogen werden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren können nicht geimpft werden. Wer an einer akuten fieberhaften Erkrankung leidet, sollte die Impfung verschieben, bis er wieder vollständig genesen ist.
Nach der Impfung können Schmerzen / eine Schwellung / eine Rötung an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Frösteln, Gelenkschmerzen oder Fieber auftreten. Auch Übelkeit, Schlaflosigkeit, Lymphknotenschwellungen oder Schmerzen im Arm oder Bein wurden berichtet. Sehr selten kam es zu einer vorübergehenden Gesichtslähmung.
Nach Verabreichung der mRNA-Impfstoffe trat eine statistisch auffällige, aber insgesamt geringe Fallzahl von anaphylaktischen Reaktionen / Überempfindlichkeitsreaktionen auf. Es wird vermutet, dass diese Reaktionen auf das in diesen Impfstoffen enthaltene Polyethylenglykol (PEG) zurückzuführen sein könnten. Es wird empfohlen Personen im Anschluss an die Impfung für mind. 15 Minuten nachzubeobachten, um beim Auftreten von allergischen Reaktionen rasch medizinische Hilfe anbieten zu können.
Nach einer Impfung mit dem COVID-19 Impfstoff AstraZeneca wurde in seltenen Fällen die Entwicklung von Blutgerinnseln, u.a. im Gehirn, beobachtet. Personen, die in den ersten Wochen nach der Impfung mit diesem Impfstoff unter schweren oder anhaltenden Kopfschmerzen leiden, oder bei denen kleine punktförmige Einblutungen unter der Haut bzw. Blutergüsse außerhalb der Einstichstelle der Spritze auftreten, sollten zur Abklärung einen Arzt aufsuchen. Dies gilt auch bei Auftreten von Atemnot, Brustschmerzen oder Schwellungen der Beine.
Zu anderen Impfungen sollte ein Abstand von mind. 2 Wochen eingehalten werden.
Wer übernimmt die Impfkosten?
Die Kosten für die Impfungen in Impfzentren tragen der Bund, die Länder sowie die gesetzliche und die private Krankenversicherung. Während der Bund für die Impfstoffe zahlt, sind die Länder und Krankenversicherungen verantwortlich für die Errichtung und den Betrieb der Impfzentren. Für die nun angelaufenen Impfungen in Hausarztpraxen übernimmt ebenfalls der Bund die Kosten.


Aktualisiert am 14.04.2021, erstellt am 13.01.2021


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