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Tollwut
Autor: Prof. Dr. T. Jelinek, Dr. B. Reckendrees

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Wann ist eine Impfung für Erwachsene sinnvoll?
Die Tollwut-Impfung wird gefährdetem Laborpersonal und Personen mit beruflichem oder sonstigem Kontakt zu Fledermäusen empfohlen. In Gebieten mit neu auftretender Wildtiertollwut sollten sich Tierärzte, Förster, Jäger und andere Personen mit Tierkontakt impfen lassen. Außerdem ist die Impfung für Reisende in Länder mit hohem Tollwutaufkommen empfohlen.

Tollwut – Was ist das?
Tollwut ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch Viren (Lyssaviren) hervorgerufen wird. Sie kommt nahezu auf der ganzen Welt vor (siehe Karte) und wird fast immer durch den Biss eines tollwütigen Tieres auf den Menschen übertragen. In Deutschland waren es lange Zeit vor allem Füchse, die die Tollwut auf Haustiere und den Menschen übertragen haben. Dank des jahrelangen, erfolgreichen Einsatzes von Impfködern für Füchse gilt Deutschland seit 2008 als frei von Tollwut bei landlebenden Tieren. Tollwut bei Fledermäusen, wie sie auch in Deutschland vorkommt, wird dabei nicht berücksichtigt.
Während bei uns auch menschliche Erkrankungen heute nur noch sehr selten vorkommen, versterben beispielsweise in Indien jährlich mehrere tausend Menschen daran. Den sichersten Schutz gegen Tollwut bietet eine vorbeugende Impfung.
Welche Impfung gibt es?
Die Impfung gegen Tollwut ist eine Injektionsimpfung mit zuverlässiger Schutzwirkung. Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, sind mindestens drei Impfungen innerhalb von 3 bis 4 Wochen notwendig. Bei anhaltendem Risiko sollte je nach Impfstoff nach 2 bis 5 Jahren aufgefrischt werden.
Ungeimpfte sollten nach einem tollwutverdächtigen Biss so schnell wie möglich geimpft werden. Gegebenenfalls erfolgt gleichzeitig eine so genannte passive Impfung mit Tollwut-Immunglobulin. Je früher die Impfung erfolgt, desto eher kann der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.
Gibt es Impfrisiken?
Die heute erhältlichen Impfungen gegen Tollwut sind in der Regel gut verträglich. Bei bekannter Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes sollte nur unter strenger Risiko-Abwägung geimpft werden. Bei akuter, behandlungsbedürftiger Erkrankung sollte die Impfung erst 2 Wochen nach der Genesung erfolgen. Nach der Impfung treten häufig leichte Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle auf. Gelegentlich kommt es zu erhöhter Temperatur, einem leichten Krankheitsgefühl und Magen-Darm-Beschwerden. Sehr selten sind allergische Reaktionen.
Wer übernimmt die Impfkosten?
Die Impfung gegen Tollwut ist keine Standardimpfung. Sie wird Personen, die beruflich oder auch sonst mit Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut in Kontakt kommen, empfohlen. Gleiches gilt für Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwutrisiko. Beruflich bedingte Impfungen werden in der Regel vom Arbeitgeber übernommen. Privat Versicherte sollten sich bei ihrer Versicherung bzw. anhand des persönlichen Vertrages informieren. Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen sind dazu übergegangen, Impfungen für private Auslandsreisen zu übernehmen. Eine Liste der betreffenden Krankenkassen finden Sie in der Rubrik „Kostenerstattung“ auf der Internetseite des CRM Centrum für Reisemedizin.


Aktualisiert am 26.02.2013, erstellt am 28.11.2007


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