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Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Autor: Prof. Dr. T. Jelinek, Dr. B. Reckendrees

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Wann können Kinder geimpft werden?
Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Kinderlähmung bereits für Säuglinge ab dem 3. Lebensmonat. In der Regel wird sie in diesem Alter mit anderen Impfungen kombiniert, darunter die gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hib (Haemophilus influenzae) und Hepatitis B.

Kinderlähmung – Was ist das?
Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz Polio) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die mit schweren Lähmungen einhergehen und sogar zum Tode führen kann. Früher waren Polioviren weltweit verbreitet. Mit Einführung der Schluckimpfung in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts und durch zahlreiche Impfprogramme ist die Kinderlähmung immer seltener geworden. Die meisten werden sich noch an den Slogan „Kinderlähmung ist grausam – Schluckimpfung ist süß“ erinnern.
Auch wenn Deutschland und andere Industriestaaten als poliofrei gelten, so kommt die Kinderlähmung heute noch in mehreren Ländern Afrikas und Asiens vor (siehe Karte). Damit besteht die Gefahr, dass sie beispielsweise durch Reisende bei uns eingeführt wird.
Welche Impfung gibt es?
Die damals übliche Schluckimpfung wird in Deutschland nicht mehr verwendet. Heute ist die Impfung gegen Kinderlähmung (Polio) eine Injektionsimpfung. Um einen Impfschutz aufzubauen (Grundimmunisierung), sind drei Impfungen notwendig. Mit dieser Grundimmunisierung sollte möglichst ab dem 3. Lebensmonat begonnen werden. Bei Kindern wird dann meist 6 Monate nach der letzten Impfung und im Alter von 9 bis 17 Jahren noch einmal aufgefrischt. Nach erfolgreicher Grundimmunisierung bietet die Impfung einen zuverlässigen Schutz für mindestens 10 Jahre. Erwachsene, die eine vollständige Grundimmunisierung und als Jugendlicher bzw. später eine Auffrischimpfung erhalten haben, benötigen in Deutschland in der Regel keine weitere Polio-Impfung. Empfohlen wird eine erneute Auffrischung des Impfschutzes allerdings einigen Personengruppen, darunter medizinisches Personal und Reisende, die Risikogebiete besuchen möchten.
Gibt es Impfrisiken?
Bei bekannter Unverträglichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes sollte nur unter strenger Risiko-Abwägung geimpft werden. Bei akuter Erkrankung sollte erst 2 Wochen nach der Genesung geimpft werden. Zur Impfung während einer Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten vor; im 1. Drittel der Schwangerschaft sollte jedoch nicht geimpft werden. Nach der Impfung treten gelegentlich leichte Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle auf. Außerdem kann es kurzzeitig zu erhöhter Temperatur, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Selten treten allergische Hautreaktionen auf.
Wer übernimmt die Impfkosten?
In der Regel übernehmen Krankenkassen die empfohlenen Impfungen gegen Kinderlähmung (Polio) bis zum 18. Lebensjahr und bei versäumter Auffrischung im Jugendalter auch einmalig für Erwachsene. Die Erstattung weiterer Auffrischungen bei Erwachsenen hängt vom Grund der Impfung, der jeweiligen Krankenversicherung und der Region ab. In Sachsen beispielsweise werden Auffrischungen auch nach dem 18. Lebensjahr von den Krankenkassen getragen.
Privat Versicherte sollten sich bei ihrer Versicherung bzw. anhand des persönlichen Vertrages informieren.
Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen sind dazu übergegangen, Impfungen für private Auslandsreisen zu übernehmen. Eine Liste der betreffenden Krankenkassen finden Sie in der Rubrik „Kostenerstattung“ auf der Internetseite des CRM Centrum für Reisemedizin.


Aktualisiert am 26.02.2013, erstellt am 28.11.2007


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